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Beiträge nach Kanzleien

Filesharing wird keine Religion

Eine schwedische Gruppierung hatte im vergangenen Jahr die Idee, ihre Überzeugungen als Religion anerkennen zu lassen. Der Gedanke ist an und für sich kein Problem, ginge es bei deren "Glauben" nicht um Filesharing. Sie glauben an das Kopieren, Teilen und Verbreiten. Nun wurde deren Antrag auf Anerkennung als Religion zum zweiten Mal abgelehnt. Ein herber Rückschlag oder ein Zeichen?

Was Filesharing und Religion gemeinsam haben, kann die schwedische "Missionarskirche des Kopierens" sehr einfach beantworten. Der Philosophie-Student Isak Gerson hob die Religion im Jahr 2010 aus der Taufe, um seine innersten Überzeugungen zu schützen. Die Tastenkombinationen Strg+C sowie Strg+V betrachtet man als heilige Zeichen. Kopieren sei unglaublich wichtig und müsse nicht nur akzeptiert, sondern gefördert werden.

Die Glaubensbewegung verfolgte aber noch ein anderes Ziel. Niemand darf für seinen Glauben verfolgt werden. Eine Forderung, die in Anbetracht des Urheberrechts jedoch problematisch ist. Dennoch hat man den Versuch riskiert, den eigenen Glauben als Religion anerkennen zu lassen. Ein erster Antrag hierfür wurde jedoch im April dieses Jahres abgewiesen. Die Begründung hierfür war simpel: Im Antrag wurde nicht verdeutlicht, auf welche Art und Weise die Gläubigen ihrer Religion nachgehen. Es wurde kein Bezug zu gebeten oder Meditationen gesetzt.

Mit dem zweiten Antrag versuchte Gerson alles besser zu machen. Man fügte die geforderten Details bei und betete dafür, dass der Antrag angenommen werde. Im Laufe der vergangenen Woche wurden diese Hoffnungen jedoch zerschlagen. Erneut hat man den Antrag der "Missionarskirche" abgelehnt. Eine detaillierte Begründung fehlt diesmal.

Wie Gerson erklärte, wollen er und die 1.000 Mitglieder der Kirche weiterhin für ihren Glauben kämpfen. Auch wenn dieser vom Staat nicht anerkannt wird. Letzten Endes ist eine Anerkennung auch nicht notwendig, um diesem Glauben nachzugehen.